„St. Gallen Wireless“ – Pilotanwendungen in Baden-Württemberg?

St. Gallen überzeugt mit seinem modernen, schnellen und vor allem strahlungs-reduzierten innerstädtischen Funknetz-Angebot, dem sogenannten „St. Galler Wireless“. Dabei handelt es sich um ein Kleinstzellenfunknetz (Femto-, Picto-, Atto-Zellen), dessen Vorteile sind:

– eine am Bedarf ausgerichtete Außenversorgung von Plätzen und Straßen, d.h. Vermeidung des „Wildwuchses“ von strahlungsstarken Makro-Mobilfunksendeanlagen

– Immissionsschutz durch Aufbau eines Kleinzellennetzes für alle Nutzer. Optimierung der Vielfach-Nutzung der knappen Ressource Frequenz

– Trennung der Innen- und Außenversorgung, d.h. kein geplantes Durchstrahlen mehr in die Häuser und Wohnungen der Bürgerinnen und Bürger = Emissionsschutz

– schnellste Datenübertragung mit mind. 100 Mbit/s, symmetrisch im Down- und Uplink

– Minimierung des Ressourceneinsatzes und des Energieverbrauchs

Das Wireless-Netz von St. Gallen ist im städtischen Besitz. Es wurde mit städtischen Finanzmitteln aufgebaut und wird durch die Stadtwerke betrieben. Es ist ein wichtiger Bestandteil des Tourismuskonzepts: Besucher der Stadt als auch die Bewohnerschaft wählen sich mittels ihrer Mobilfunknummer in das Netz ein und können dann die Technik zur Datenübertragung kostenfrei nutzen. So können bspw. auch Rückschlüsse auf die Zahl der Touristen gezogen werden (wireless.sgsw.ch).

Folgende Fragen habe ich und Bitte um Beantwortung:

1. Ist Ihnen die eingangs geschilderte strahlungsreduzierte Wireless-Technologie als Alternative zum herkömmlichen auf Makrozellen basierten Internetangebot bekannt?

2. Wie bewerten sie diese vor allem unter den Gesichtspunkten technische Versorgungszuverlässigkeit + Wahrung des gesundheitlichen Vorsorgeprinzips?

3. Sind neben der Stadt Wangen weitere Pilotanwendungen in Gemeinden und Städten in Baden-Württemberg denkbar?

4. Könnten Sie sich vorstellen, ein entsprechendes Pilotprojekt zusammen mit Stadtwerken, Hochschulen, Entwicklern und Verbraucherschutzverbänden zu initiieren und aufzubauen?

5. Sehen Sie dies als förderungsfähig an?

Die Bundesregierung und Ministerpräsident Winfried Kretschmann haben die Digitalisierung 4.0 ausgerufen und wollen Deutschland bzw. Baden-Württemberg bei der Anwendung und Weiterentwicklung der digitalen Technologie zum Vorreiter machen.

Die Kleinstzellentechnologie stellt den neuesten wissenschaftlichen Erkenntniswert dar und genügt zudem noch den gesundheitlichen Vorsorgeaspekten, sofern diese unter den richtigen Grundvoraussetzungen geplant wird: Ein Kleinzellen-Netz für alle Nutzer, Trennung von Innen und Außenversorgung, leistungsgeregelte Technologie.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Marwein

Antwort_AB_StGallen_Pilotanwendungen Abg_Brief_St_Gallen.pdf

Abg_Brief_St_Gallen.pdf